Kombinationstherapie

Die Bündelung von einander logisch ergänzender Maßnahmen.

Ähnlich wie bei anderen Tumorarten nehme ich auch beim Prostatakarzinom eine Bündelung von einander logisch ergänzender Maßnahmen im Sinne einer bioelementaren Kombinationstherapie vor.

Zum Einsatz kommen dabei:

  • Die Prostatakurzwellenhyperthermie
    Mit dieser Methode wird das lokale Karzinomgeschehen in der Prostata angegangen. Das Verfahren wurde ausführlich in FORUM KOMPLEMENTÄRE ONKOLOGIE 2/99 erläutert. Es muss betont werden, dass das übliche Mikrowellenverfahren für die Behandlung des Karzinoms nicht geeignet ist. Das Kurzwellenprinzip, mit dem das von mir verwendete Gerät der Firma Oncotherm arbeitet, gewährleistet ein tieferes Eindringen bis in die Prostatakapsel, dem Entstehungsort des Tumors. Es wird versucht, auch Zellen, welche sich auf dem Weg zur Bösartigkeit befinden („Interface-Gewebe“), in ihrem Wachstum zu hemmen. Mit diesem Verfahren wurden bisher viele positive Erfahrungen gesammelt.
  • Die lokale Tiefenhyperthermie
    Neben der direkten Beeinflussung des Tumorgeschehens in der Prostata durch die Prostataüberhitzung kann durch die Hinzunahme der lokalen Tiefenhyperthermie – hier wird der Hitzeteller suprasymphysär platziert – auch die Umgebung des Organs erreicht werden. So werden neben der Prostata selbst auch die an die Prostata angrenzenden Lymphknotenbereiche dem Hitzespektrum ausgesetzt.
  • Die Ganzkörperhyperthermie
    Bereits im Anfangsstadium eines Tumorleidens kann eine Mikrometastasierung stattfinden, bei der beginnende Tochtergeschwüre im ganzen Körper verbreitet werden. Deshalb muss das Konzept der ganzheitlichen Krebsbehandlung auch eine Bekämpfung eventuell vorhandener Mikrometastasen mittels der Ganzkörperhyperthermie umfassen. Im günstigsten Fall ist diese Behandlung als prophylaktisch anzusehen. Aber wann ist ärztliches Handeln beim Krebs überhaupt prophylaktisch und nicht lediglich reaktiv?
  • Die hochdosierte intravenöse Misteltherapie
    Die genannten Hyperthermieverfahren werden ca. drei Wochen lang abwechselnd angewendet und sind eingebettet in tägliche Mistelinfusionen. Nach einer Testung, ob die Mistel überhaupt vertragen wird (von bisher über 1 000 Patienten hatten acht eine starke Unverträglichkeit), wird die Dosis schnell gesteigert, beim Präparat Vysorel® beispielsweise auf bis zu 20–25 Ampullen täglich. Um eine Apoptose (ein Absterben) der Tumorzellen zu erreichen, ist die intravenöse Hochdosistherapie erforderlich.
  • Additive Maßnahmen
    Ergänzt werden können die geschilderten Therapien durch die Hinzunahme von Schöllkraut, der Ozontherapie (beim Prostatakarzinom auch in Form von Ozoneinläufen) und der Gabe von Antioxidantien (hier verwende ich spezielle eigene Zubereitungen).

 

Die Prostatahyperthermie dient dabei dem direkten Angriff auf die Prostatakarzinomzelle, die loko-regionale Tiefenhyperthermie erfasst die anatomische Umgebung der Prostata, z. B. Lymphknoten, und die Ganzkörperhyperthemie richtet sich gegen Mikrometastasen bzw. manifeste Metastasen. Die körpereigene Abwehr wird zusätzlich unterstützt durch die hoch dosierte Mistelinfusionstherapie sowie flankierende Maßnahmen.

Dieses Konzept kann sowohl zu Beginn einer Erkrankung als auch im manifesten Stadium in Ergänzung zu schulmedizinischen Maßnahmen oder nach Therapieversagen eingesetzt werden. Auch bei einem lediglich vermuteten Beginn (z. B. PSA-Werten im Grenzbereich) erscheint der Einsatz sinnvoll.

Häufig liegt bereits eine Hormonblockade vor, so dass das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt ist. In jedem Fall müssen aber immer auch herkömmliche Therapiemaßnahmen mit dem Patienten diskutiert werden.

Bislang wurden mit diesem kombinierten Verfahren seit 1998 bei sehr vielen Patienten erstaunliche Erfolge erzielt. Diese wurden verifiziert durch den Rückgang des PSA-Wertes und durch posttherapeutische Kontrolle durch MRT bzw. Fluor-PET-Cholin-CT. Durch diese modernen radiologischen Verfahren kann man auch oft den Rückgang bis hin zur Rückbildung von Metastasen und Primärtumoren beobachten.